# Giftige Royals

> *Dynastische Massengräber im Netz*

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Inwiefern dienten dynastische Heiraten in Europa als politische Strategie und welchen wahren Preis forderten sie im Ersten Weltkrieg?
Diese Verwandtschaft ist kein „Zufall“; sie ist ein absichtlich aufgebautes Zugangsnetzwerk. Königin Viktorias neun Kinder und zweiundvierzig Enkelkinder wurden in die europäischen Königshäuser verheiratet; deshalb wurde Viktoria die „Großmutter Europas“ genannt.

Ein weiterer wichtiger Knotenpunkt in derselben Logik ist Dänemarks König Christian IX.: Weil seine sechs Kinder in die europäischen Dynastien eingeheiratet haben, erhielt er den Spitznamen „Schwiegervater Europas“.

Diese beiden Fakten allein beweisen Folgendes: Die Oberschicht entwickelte Strategien nicht zuerst durch „Regieren“, sondern durch Sicherung des Zugangs zu Staaten; nicht zuerst durch Ansprache der Öffentlichkeit, sondern durch Kommunikation untereinander; nicht zuerst durch Überzeugung von Institutionen, sondern durch das Öffnen von Türen über Blutlinien. Dieses Netzwerk war eine Infrastruktur, die schnellen Kontakt, einen geschützten Kreis, gemeinsame Codes und kontinuierlichen Zugang jenseits von Protokollen ermöglichte.

Doch im Jahr 1914 traf eine Realität wie eine Wand: Verwandtschaft ist keine Garantie für Frieden. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wurden Europas Großmächte von Monarchen geführt, die miteinander verwandt waren: Kaiser Wilhelm II., König Georg V. und Zar Nikolaus II. waren durch Cousinen- und Cousinbeziehungen verbunden.

Es war also kein „Krieg der Fremden“; es war ein Machtkampf unter Vertrauten, unter Verwandten, innerhalb desselben Clubs. Und als die Rivalität sich verschärfte, geschah Folgendes: Die Interessensabwägung der Oberschicht sank für die Unterschicht auf den Wert von Tod.

Der Erste Weltkrieg kann nicht als „Duell der Könige“ erzählt werden; es war die Massenmobilisierung der modernen Welt. Zwischen 1914 und 1918 wurden mehr als 65 Millionen Menschen bewaffnet, freiwillig oder zwangsweise.

Sogar das Vereinigte Königreich führte, als der Punkt erreicht war, dass „Freiwilligkeit nicht ausreicht“, im Januar 1916 mit dem Military Service Act die Wehrpflicht ein.

Die Antwort auf die Frage „Wer stand an der Front?“ ist nun eindeutig: das Volk. Die Körper von Millionen gewöhnlicher Menschen wurden zum Beleg für Entscheidungen auf höchster Ebene.

Die Zahl der Todesopfer selbst offenbart den Mechanismus. Die Quellen unterscheiden sich in den Zahlen, aber die Richtung ist dieselbe: Die Zerstörung war enorm. Die Imperial War Museums geben an, dass der Krieg etwa 16 Millionen militärische und zivile Todesopfer forderte.

Britannica präsentiert eine höhere Zahl: ungefähr 8,5 Millionen militärische und etwa 13 Millionen zivile Todesopfer.

Welche Zahl man auch nimmt, die gemeinsame Schlussfolgerung ändert sich nicht: Der „Interessenkonflikt“ wurde oben eingerichtet, und die Gräber wurden unten ausgehoben.

Die Enthüllung lautet: Dynastische Ehen sind keine „Familiengeschichte“; sie sind eine Architektur des Zugangs. Verwandtschaftsbande reichten nicht aus, um die Krise zu stoppen, denn letztlich entschieden Macht- und Interessensbalance. Die Cousinen- und Cousinbeziehungen spielten den Ball nicht zurück.

Die Kosten des Krieges wurden nicht denen in den Entscheidungssälen in Rechnung gestellt; sie wurden den gewöhnlichen Menschen auferlegt, die durch Wehrpflichtgesetze zusammengezogen wurden.

In diesem System, selbst wenn das „Blut“ dasselbe ist, gehört das vergossene Blut jemand anderem.