Was ist falsch daran, jemanden für das zu lieben, was man in ihm sehen will?
Die tiefste und zerstörerischste Spaltung in menschlichen Beziehungen beginnt, wenn wir die Person vor uns nicht so behandeln, wie sie ist, sondern so, wie wir sie haben wollen. Auf den ersten Blick mag dies wie eine unschuldige Erwartung oder ein Versuch der Idealisierung erscheinen; im Grunde ist es jedoch die eleganteste und rücksichtsloseste Art, die Existenz eines anderen zu leugnen. Wenn wir die andere Person in ein Skript zwängen, das wir in unseren eigenen Köpfen geschrieben haben, vergessen wir, dass sie ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, und reduzieren sie auf eine bloße "Projektionsfläche", nur um unser eigenes Ego zu befriedigen.
Mit einem Geist sprechen Wenn Sie jemanden nur deshalb schätzen, weil er Ihre Bedürfnisse erfüllt oder die Rolle des "makellosen Partners", des "gehorsamen Freundes" oder des "perfekten Ehepartners" in Ihrem Kopf einnimmt, kommunizieren Sie nicht wirklich mit dieser Person. Sie sprechen mit einem Geist, der von Ihrem eigenen Verstand geschaffen wurde, und verlieben sich in Ihr eigenes Echo. Die einzigartigen Grenzen, Fehler, Ängste und Wünsche der Person vor Ihnen werden völlig bedeutungslos. Das Einzige, was bleibt, ist, wie gut sie die Rolle spielen, die Sie ihnen zugewiesen haben. Dies erzeugt eine kranke Dynamik, die scheinbar zwei Personen involviert, aber tatsächlich nichts weiter als ein massiver Monolog ist.
Erzwungene Masken und Bestrafung Dies ist genau der dunkelste Punkt, den die Kultur der „taktischen“ Kommunikation und Manipulation erreicht hat. Diese Denkweise lehrt den Einzelnen nicht nur, eine falsche Maske auf das eigene Gesicht zu setzen, sondern legitimiert auch, der Person gegenüber eine Maske aufzuzwingen. Wenn diese Person von Ihrem Skript abweicht und ihre eigenen echten und natürlichen Reaktionen zeigt, werfen Sie ihr vor, „falsch zu handeln“ oder „sich zu ändern“. Doch ihr einziges Verbrechen ist es, ein Mensch mit Emotionen und Autonomie zu sein, der sich weigert, in die enge und synthetische Form in Ihrem Kopf zu passen.
Der Mut zur Akzeptanz
Der Versuch, eine Person nach unseren eigenen Wünschen zu formen oder sich nur mit ihr durch die Aspekte zu beschäftigen, die uns dienen, entspringt nicht der Liebe; er rührt gänzlich von einer Besessenheit nach Kontrolle her. Eine wahre Bindung blüht nur dann auf, wenn wir akzeptieren, dass die andere Person eine eigene, unabhängige, völlig separate und unkontrollierbare Realität hat. Menschen so zu behandeln, wie sie sind, bedeutet, den Mut zu zeigen, ihr raues, unvollständiges, aber absolut echtes Sein zu umarmen. Denn es ist leicht, jemanden in eine Illusion der eigenen Vorstellung zu verwandeln und ihn zu lenken; was wirklich schwierig und wertvoll ist, ist, sie so lieben zu können, wie sie in ihrer eigenen rohen Realität existieren.