# Countdown

> *Jeder Anfang hat ein Ende.*

**Language:** DE
**Source:** wecome1.com - Transparent Awareness

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Wie hört man auf, Zeit mit Belanglosem zu vergeuden?
Jeder Anfang hat ein Ende. Wenn wir das hören, nicken die meisten von uns leicht und gehen weiter — als wäre die Anerkennung einer bekannten Wahrheit dasselbe, wie sie zu leben. Doch zwischen Wissen und Fühlen liegt eine Lücke, die groß genug ist, um ein ganzes Leben zu füllen.


Vom Tag unserer Geburt an wurde uns gesagt, dass wir uns vorwärts bewegen. Wir wurden älter, wir sammelten Erfahrung, wir häuften Titel an. Während die Kalenderblätter fielen, glaubten wir, zu wachsen. Aber vielleicht haben nicht wir den Kalender gelesen — vielleicht hat der Kalender uns gelesen und leise nicht unseren Fortschritt, sondern unseren Verfall aufgezeichnet. In dem Moment, in dem wir geboren wurden, wurde uns eine unsichtbare Uhr in die Hände gelegt. Wir lebten, ohne uns dessen bewusst zu sein, weil

sein Gesicht war von uns abgewandt und zeigte nach vorn. 


Die Wahrheit ist, wir haben uns überhaupt nie vorwärts bewegt. Jeden Morgen, wenn wir aufwachten, verringerte sich die Zahl in unseren Händen um eins. Zu sagen: "Ich bin dreißig Jahre alt", bedeutet in Wirklichkeit zu sagen: "Ich habe dreißig Jahre von dem verbraucht, was mir gegeben wurde. " Dieses Bewusstsein lässt uns zunächst innehalten — ein leichtes Zittern, der kalte Hauch der Existenz. Aber genau hier, in diesem Zittern, wird etwas Seltsames und Kraftvolles geboren: Klarheit. 


Denn ein Mensch, der sieht, wie der Zähler abnimmt, beginnt, das Gewicht auf seinem Rücken anders zu betrachten. Betrachten wir alles, was wir so viele Jahre lang getragen haben: die

Erwartungen anderer, das Bedürfnis, uns zu beweisen, halb verarbeitete Kränkungen, alles, was wir uns angeeignet haben, nicht um es zu besitzen, sondern um es zu zeigen. Wir haben uns das alles nicht wirklich ausgesucht — es hat sich still angesammelt, sich leise eingenistet und sich im Laufe der Zeit wie ein Teil von uns selbst angefühlt. Und wir liefen weiter und hatten vergessen, dass wir es überhaupt mit uns herumtrugen.


Aber ein Mensch, der wirklich spürt — nicht nur weiß, sondern es in seinen Knochen spürt —, dass seine Zeit endlich ist, bleibt eines Tages stehen und fragt: Habe ich mir diese Last ausgesucht, oder hat diese Last mich gefunden? Und meistens kommt die Antwort leise, aber klar zurück.


Existenzielle Schwere und Befreiung sind keine Gegensätze. Das eine ist die Tür zum anderen.

Sich ehrlich mit unserer Sterblichkeit auseinanderzusetzen, führt uns nicht in die Dunkelheit; es trägt uns zu einem Leben, das vom Unnötigen befreit und auf sein Wesentliches zurückgeführt ist. Die Stoiker wussten das. Die Buddhisten wussten das. Und jeder Mensch, der jemals allein in tiefer Stille saß und sich selbst begegnete, hat es irgendwann auch gespürt.


Also schau dir heute an, was du mit dir herumträgst. Was davon gehört wirklich dir? Was entstand durch eine Entscheidung, die du tatsächlich getroffen hast, und was wartet einfach nur darauf, abgelegt zu werden? Wäre die Zeit unendlich, könntest du diese Fragen vielleicht immer weiter aufschieben. Aber das ist sie nicht.


Wenn du jeden Morgen mit dem Wissen aufwachen würdest, dass ein Zähler um eins gesunken ist —

Würdest du heute anders leben?