# Komplizenschaft

> *Profitieren vom Untergang*

**Language:** DE
**Source:** wecome1.com - Transparent Awareness

---

Warum erlauben Regierungen legales Glücksspiel trotz seiner bekannten Schäden?
Trotz der unbestreitbaren Tatsache, dass Glücksspiel süchtig macht, psychologisch zerstörerisch ist, für Einzelpersonen finanziell verheerend wirkt, Familien zersetzt und der Gesellschaft insgesamt schadet, ist die Weigerung von Gesetzgebern und Systemgestaltern, es zu verbieten, nicht bloße Nachlässigkeit – es ist ein bewusster moralischer Zusammenbruch.

An diesem Punkt ist es intellektuelle Unehrlichkeit, sich hinter Worten wie „Freiheit“, „persönliche Wahl“ oder „überschaubares Risiko“ zu verstecken. Glücksspiel ist ein Mechanismus, der rationale Entscheidungsfindung kapert (süchtiges Verhalten), die Belohnungsschaltkreise des Gehirns ausnutzt (Belohnungskapern) und Menschen dazu bringt, gegen ihre eigenen langfristigen Interessen zu handeln. Dies als „Wahl“ darzustellen, ist nicht anders, als Kindern Zigaretten als Form der Atemfreiheit zu verkaufen.

Die Gesetzgeber sind hier nicht unschuldig. Der Schaden ist bekannt. Die wissenschaftliche Literatur ist eindeutig, die Statistiken sind eindeutig, ebenso wie die Selbstmorde, die Schulden und die zerbrochenen Familien. Die fortgesetzte Legalität des Glücksspiels ist kein Bereich, in dem Regierungen Unwissenheit geltend machen können; es ist ein Bereich, in dem sie wissentlich schweigen. Der Grund für dieses Schweigen ist ebenso klar: Einnahmen. Steuern, Lizenzen, Sponsoring, Tourismus, Werbung und indirekter wirtschaftlicher Gewinn. Menschliche Zerstörung wird als akzeptable Betriebskosten kalkuliert.

An diesem Punkt hört der Staat auf, ein Beschützer zu sein, und wird zum Partner bei der Ausbeutung. Den durch Glücksspiel verursachten Schaden – durch Rehabilitationsprogramme, soziale Hilfe und Schuldenrestrukturierung – zu behandeln, während gleichzeitig das System aufrechterhalten wird, das diesen Schaden erzeugt, ist strukturelle Heuchelei (institutionelle Heuchelei). Es ist das Äquivalent dazu, Benzin zu verkaufen und gleichzeitig vorzugeben, Brände zu bekämpfen.

Noch brutaler ist die Zielgruppe. Glücksspiel ernährt sich hauptsächlich von den Verwundbaren: den Verzweifelten, den Armen, denen, die bereits das Gefühl haben, verloren zu haben. Das System verkauft ihnen eine Illusion der Flucht (falsche Hoffnung) und monetarisiert dann ihren Zusammenbruch. Das ist kein Zufall; es ist systemische Ausbeutung (systemische Ausbeutung). In diesem Arrangement sind Gesetzgeber nicht neutral – sie stellen sich auf die Seite von Macht und Profit.

Das Argument, „Verbote lösen nicht alles“, ist ebenso unehrlich. Ja, ein Verbot allein ist keine universelle Heilung. Aber die Weigerung zu verbieten legitimiert Schaden. Es gibt einen Grund, warum Gesellschaften nicht von „absoluter Freiheit“ sprechen, wenn es um Kinderarbeit, giftige Substanzen oder Umweltzerstörung geht. Die Ausnahme des Glücksspiels von dieser Logik ist nicht ethisch – sie ist politisch.

Letztlich geht es bei der fortgesetzten Legalität des Glücksspiels nicht darum, individuelle Freiheit zu respektieren. Es geht um ein System, das seine eigene Kontinuität höher bewertet als das psychische Wohlbefinden der Menschen. Das ist keine politische Entscheidung; es ist ein Versagen des Gewissens. Und dieses Versagen geschieht nicht am Spieltisch – es geschieht an den Tischen, an denen Gesetze geschrieben werden.